Es ist mal wieder so weit: am 23. März 2012 haben die Frauen in Deutschland aufgeholt! Bis dahin mussten sie „nacharbeiten“, um den Vorjahresverdienst ihrer männlichen Kollegen zu erreichen.
Noch immer beträgt die Differenz zwischen den Einkommen von Männern und Frauen in Deutschland ca. 23% , im europäischen Durchschnitt sind es 16%.
Pressemitteilung
„Auf europäischer Ebene fand der „Equal Pay Day“, der „Tag der Entgeltgleichheit“, schon am 5. März 2012 statt, in Deutschland dauert es 18 Tage länger, bis die Frauen die Differenz rein statistisch ausgeglichen haben“, erklärte die Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), Dr. Agnes Allroggen-Bedel.
In einem reichen und entwickelten Land sei dies ein Skandal. „Natürlich können Rollenmodelle und gesellschaftliches Bewusstsein nur allmählich verändert werden, aber es gibt genügend konkrete Maßnahmen, um die Situation zu verbessern“, so Allroggen-Bedel. Kampf gegen Lohndumping, ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn, die Umwandlung von Minijobs in reguläre Teilzeitarbeit, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die bessere Anerkennung frauentypischer Berufe: dies alles sei realisierbar, müsse allerdings rasch angegangen werden.„ Denn aus der Entgeltungleichheit von 23% entsteht eine „Rentenlücke“ von 59%, aus dem „pay gap“ wird der „pension gap“ - damit ist Altersarmut vorprogrammiert. Das ist nicht nur menschlich unvertretbar, es ist auch eine ökonomische, soziale und gesellschaftliche Hypothek, die kaum zu bewältigen ist. Dies zu vermeiden, sind wir auch der nächsten Generation gegenüber verpflichtet.“
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